- Fitzpatrick-Skala in Kurzform
- Fitzpatrick I–II: sehr helle Haut
- Fitzpatrick III: mittlere Haut
- Fitzpatrick IV: oliv bis leicht braun
- Fitzpatrick V–VI: dunkle Haut
- Die Haarfarbe als zweite Achse
- Besonderheiten nach Zone
- Kontraindikationen und Medikamente
- Vor der ersten Sitzung: Checkliste
- Häufige Fragen
Die Wellenlänge entscheidet — nicht der Hauttyp
Eine Laser-Haarreduktion funktioniert für fast jeden Hauttyp — sofern die passende Wellenlänge eingesetzt wird. Alexandrit (755 nm) für Fitzpatrick I–III, Nd:YAG (1064 nm) für IV–VI. In einem Dual-Laser-Gerät stehen beide zur Verfügung. Entscheidend sind zusätzlich: Haarfarbe (ohne Melanin im Haar greift der Laser nicht) und medizinische Kontraindikationen.
Die Fitzpatrick-Skala in Kurzform

Der US-amerikanische Dermatologe Thomas Fitzpatrick entwickelte 1975 an der Harvard Medical School ein Klassifikationssystem für Hauttypen, das heute weltweit Standard ist. Es teilt Haut in sechs Gruppen von sehr hell (I) bis sehr dunkel (VI) ein — nicht anhand äußerer Farbeindrücke, sondern anhand der Reaktion auf Sonnenlicht. Wer leicht verbrennt und wenig bräunt, hat einen niedrigen Typ; wer stark bräunt und kaum verbrennt, einen hohen.
Für die Laser-Haarentfernung ist die Einordnung zentral, weil die Melaninkonzentration in der Oberhaut direkt bestimmt, wieviel Licht schon dort absorbiert wird — bevor es die Haarwurzel erreicht. Hohe epidermale Melaninkonzentrationen bedeuten: mehr Energie bleibt in der Haut, weniger erreicht das Haar, das Risiko für Nebenwirkungen (Pigmentverschiebungen, oberflächliche Verbrennungen) steigt. Deshalb werden Parameter und Wellenlänge an den Fitzpatrick-Typ angepasst.
| Typ | Beschreibung | Sonnenreaktion |
|---|---|---|
| I | Sehr hell, oft rothaarig, Sommersprossen, blaue Augen | verbrennt sofort, bräunt nicht |
| II | Hell, blonde Haare, helle Augen | verbrennt leicht, bräunt minimal |
| III | Hell bis mittel, dunkelblondes oder hellbraunes Haar | verbrennt selten, bräunt allmählich |
| IV | Oliv, dunkles Haar, braune Augen (mediterran) | bräunt gut, verbrennt selten |
| V | Braun, dunkles Haar (z. B. Naher Osten, Südasien) | bräunt stark, verbrennt kaum |
| VI | Dunkelbraun bis schwarz | bräunt sehr stark, verbrennt fast nie |
Fitzpatrick I–II: sehr helle Haut, klassisch Alexandrit
Bei hellen Hauttypen ist die epidermale Melaninkonzentration gering. Das Laserlicht wird kaum in der Oberhaut abgefangen und erreicht die Haarwurzel effizient. Wenn das Haar dunkel oder mittelbraun ist, arbeitet der Alexandritlaser (755 nm) hier in der Regel sehr effizient: er nutzt die hohe Melanin-Absorption bei dieser Wellenlänge voll aus.
Typische Sitzungsparameter: mittlere Fluenz (etwa 14–22 J/cm²), kurze bis mittlere Pulsdauern, größerer Spot bei größeren Zonen. Der Diodenlaser (800–810 nm) ist ebenfalls einsetzbar — die Ergebnisse sind vergleichbar, die Wahl wird oft durch das Studio-Konzept und die zu behandelnde Fläche getroffen.
Worauf wir bei Typ I–II besonders achten:
- Rothaarige Typ-I-Kund:innen haben oft Phäomelanin statt Eumelanin im Haar. Phäomelanin absorbiert Laserlicht schlechter — die Reduktion kann daher eingeschränkter ausfallen als der Hauttyp zunächst erwarten lässt.
- Sommersprossen enthalten punktuell mehr Melanin und können nach einer Sitzung kurzzeitig dunkler erscheinen. Das klingt in der Regel ab.
Fitzpatrick III: mittlere Haut, flexible Wahl
Typ III ist in Mitteleuropa sehr verbreitet — dunkelblonde bis hellbraune Haare, Haut, die sich im Sommer bräunt. Die Wahl zwischen Alexandrit und Diode ist hier oft Sache der Studio-Ausrichtung. Mit modernen Dual-Laser-Systemen lässt sich zwischen den Wellenlängen wechseln, falls die Haut in der Saison gebräunt ist.
Entscheidend ist der aktuelle Bräunungsgrad. Im Winter arbeitet Alexandrit meist sehr effizient. Nach einem Sommerurlaub empfehlen wir gegebenenfalls, die Sitzung um 4–6 Wochen zu verschieben oder auf Nd:YAG zu wechseln, um Pigmentverschiebungen zu vermeiden.
Fitzpatrick IV: oliv bis leicht braun — der Übergangsbereich
Hier wird die Parameterwahl spürbar vorsichtiger. Typ IV (mediterraner Hauttyp, viele Menschen mit südeuropäischer, arabischer oder türkischer Herkunft) liegt im Grenzbereich zwischen „Alexandrit gut einsetzbar" und „Nd:YAG empfehlenswert". In der Praxis nutzen wir beide Wellenlängen situativ:
- Im Winter, bei unbräunlicher Haut, arbeitet Alexandrit meist gut — mit angepasster Fluenz und längeren Pulsen.
- Bei leicht getönter oder gebräunter Haut wechseln wir auf Nd:YAG.
- Bei Unsicherheit machen wir einen Testimpuls an einer unauffälligen Stelle und beurteilen die Reaktion nach 24 Stunden.
Fitzpatrick V–VI: dunkle Haut, Nd:YAG als Standardwahl
Bei Typ V und VI enthält die Epidermis so viel Melanin, dass Alexandritlicht (755 nm) dort zu viel Energie hinterlassen würde. Das Risiko für postinflammatorische Hyperpigmentierung, Blasenbildung oder Hypopigmentierung steigt — unabhängig davon, wie erfahren die Behandler:in ist. Die sachlich richtige Wahl ist hier der Nd:YAG-Laser bei 1064 nm: Das Licht wird vom Melanin deutlich schwächer absorbiert und dringt in tiefere Hautschichten ein, in denen die Haarwurzel liegt.
Studios, die ausschließlich Alexandrit oder reine Diodensysteme einsetzen, sind für Typ V–VI in der Regel nicht die erste Adresse. Frag vor der Buchung gezielt nach der Wellenlänge des Gerätes — nicht nur nach der Marke.
Die Haarfarbe als zweite Achse
Der Hauttyp bestimmt, welche Wellenlänge du verträgst. Die Haarfarbe bestimmt, ob der Laser überhaupt greifen kann. Denn ohne Pigment kein Ziel-Chromophor — und damit kein thermischer Effekt an der Haarwurzel.
| Haarfarbe | Melaningehalt | Laser-Eignung |
|---|---|---|
| Schwarz / sehr dunkelbraun | hoch (Eumelanin) | sehr gut — klassisches Einsatzgebiet |
| Mittel- bis dunkelbraun | hoch | sehr gut |
| Dunkelblond | mittel | gut, evtl. mehr Sitzungen |
| Rotblond / rot | Phäomelanin | eingeschränkt, Ergebnisse variieren |
| Hellblond | niedrig | stark eingeschränkt |
| Weiß / grau | kein Melanin | Laser greift nicht |
Bei grauem oder weißem Haar ist eine klassische Laser-Haarreduktion nicht sinnvoll. Alternative Verfahren wie Elektro-Epilation (Nadelepilation) können eine Option sein — sie funktionieren unabhängig vom Pigment, sind aber deutlich zeitintensiver und liegen außerhalb unseres Angebots.
Zonen-Besonderheiten je nach Hauttyp
Der gleiche Hauttyp kann an verschiedenen Körperzonen unterschiedlich reagieren — wegen unterschiedlicher Haardichte, Haardicke und lokaler Melaninkonzentration.
Kontraindikationen und Medikamente
Manche Umstände sprechen gegen eine Laser-Sitzung — temporär oder dauerhaft. Seriöse Studios klären das im Anamnesegespräch und verzichten im Zweifelsfall auf die Behandlung.
| Umstand | Empfehlung |
|---|---|
| Schwangerschaft / Stillzeit | nicht behandeln (Standardpraxis) |
| Aktive Hautinfektion, Herpes, offene Wunden | erst nach Abheilung |
| Lichtsensibilisierende Medikamente (Isotretinoin, Tetracycline, Doxycyclin, Johanniskraut) | Abstand einhalten, mit Ärzt:in absprechen |
| Epilepsie mit Fotosensibilität | ärztliche Rücksprache |
| Tattoos direkt in der Zone | aussparen — Laser kann Tattoopigmente erhitzen |
| Frische Sonnenbräune, Solarium | mindestens 4 Wochen warten |
| Aktive Akne mit Retinoid-Therapie | 6 Monate Pause nach Isotretinoin empfohlen |
| Blutgerinnungsstörungen, Antikoagulanzien | ärztliche Rücksprache, eher unkritisch |
Das ist keine abschließende Liste. Vor der ersten Sitzung führen wir ein ausführliches Anamnesegespräch, dokumentieren Vorerkrankungen und Medikamente und entscheiden, ob und wie wir behandeln. Wer unsicher ist, bringt am besten eine Medikamentenliste zur Probesession mit.
Vor der ersten Sitzung — kurze Checkliste
- Mindestens 4 Wochen keine Sonne, kein Solarium auf der Zielzone.
- 24 Stunden vor dem Termin rasieren — nicht epilieren, waxen, zupfen oder mit Enthaarungscreme entfernen. Der Laser braucht das Pigment im intakten Haarschaft.
- 48 Stunden vorher keine reizenden Produkte (Säuren, Peelings, Retinol) auf der Zone.
- Am Behandlungstag keine Cremes, Deodorants oder Make-up in der Zone.
- Medikamente auflisten und dem Studio mitteilen.
- Wenn du schwanger bist oder stillst — Termin verschieben.
Wir klären deinen Hauttyp individuell
In der kostenlosen Probesession bestimmen wir deinen Fitzpatrick-Typ, analysieren die Haarfarbe, prüfen Kontraindikationen und machen einen Testimpuls — ohne Kaufzwang.



