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Ratgeber

Laser nach Hauttyp: Alexandrit, Diode oder Nd:YAG?

Nicht jede Haut verträgt jede Wellenlänge gleich gut — und nicht jeder Laser erreicht jedes Haar. Ob eine Laser-Haar­reduktion für dich sinnvoll ist, entscheidet sich entlang zweier Achsen: der Fitzpatrick-Hauttyp und die Haarfarbe bzw. -dichte. In diesem Ratgeber gehen wir Typ für Typ durch und erklären, wann welcher Laser passt, wann er an Grenzen stößt und welche Kontra­indikationen wichtig sind.

Huda S.Huda S. 8 Min. Lesezeit
Hautanalyse im Laserazor-Studio in Berlin
Tipps & News
Huda S.
Huda S.
Senior Laser-Expertin · Berlin-Charlottenburg

Huda berät täglich Kund:innen unterschiedlichster Hauttypen und legt besonderen Wert auf eine sorgfältige Hautanalyse und transparente Aufklärung vor jeder Laser-Behandlung.

Kurz zusammengefasst

Die Wellenlänge entscheidet — nicht der Hauttyp

Eine Laser-Haar­reduktion funktioniert für fast jeden Hauttyp — sofern die passende Wellenlänge eingesetzt wird. Alexandrit (755 nm) für Fitzpatrick I–III, Nd:YAG (1064 nm) für IV–VI. In einem Dual-Laser-Gerät stehen beide zur Verfügung. Entscheidend sind zusätzlich: Haarfarbe (ohne Melanin im Haar greift der Laser nicht) und medizinische Kontra­indikationen.

Die Fitzpatrick-Skala in Kurzform

Laserazor Studio in Berlin mit Behandlungsraum
Jede Laser-Sitzung beginnt bei uns mit einer individuellen Hautanalyse nach Fitzpatrick.

Der US-amerikanische Dermatologe Thomas Fitzpatrick entwickelte 1975 an der Harvard Medical School ein Klassifikations­system für Hauttypen, das heute weltweit Standard ist. Es teilt Haut in sechs Gruppen von sehr hell (I) bis sehr dunkel (VI) ein — nicht anhand äußerer Farb­eindrücke, sondern anhand der Reaktion auf Sonnenlicht. Wer leicht verbrennt und wenig bräunt, hat einen niedrigen Typ; wer stark bräunt und kaum verbrennt, einen hohen.

Für die Laser-Haar­entfernung ist die Einordnung zentral, weil die Melanin­konzentration in der Oberhaut direkt bestimmt, wieviel Licht schon dort absorbiert wird — bevor es die Haar­wurzel erreicht. Hohe epidermale Melanin­konzentrationen bedeuten: mehr Energie bleibt in der Haut, weniger erreicht das Haar, das Risiko für Nebenwirkungen (Pigmentverschiebungen, oberflächliche Verbrennungen) steigt. Deshalb werden Parameter und Wellenlänge an den Fitzpatrick-Typ angepasst.

TypBeschreibungSonnenreaktion
ISehr hell, oft rothaarig, Sommersprossen, blaue Augenverbrennt sofort, bräunt nicht
IIHell, blonde Haare, helle Augenverbrennt leicht, bräunt minimal
IIIHell bis mittel, dunkel­blondes oder hell­braunes Haarverbrennt selten, bräunt allmählich
IVOliv, dunkles Haar, braune Augen (mediterran)bräunt gut, verbrennt selten
VBraun, dunkles Haar (z. B. Naher Osten, Südasien)bräunt stark, verbrennt kaum
VIDunkel­braun bis schwarzbräunt sehr stark, verbrennt fast nie

Fitzpatrick I–II: sehr helle Haut, klassisch Alexandrit

Bei hellen Hauttypen ist die epidermale Melanin­konzentration gering. Das Laserlicht wird kaum in der Oberhaut abgefangen und erreicht die Haar­wurzel effizient. Wenn das Haar dunkel oder mittelbraun ist, arbeitet der Alexandritlaser (755 nm) hier in der Regel sehr effizient: er nutzt die hohe Melanin-Absorption bei dieser Wellenlänge voll aus.

Typische Sitzungs­parameter: mittlere Fluenz (etwa 14–22 J/cm²), kurze bis mittlere Pulsdauern, größerer Spot bei größeren Zonen. Der Diodenlaser (800–810 nm) ist ebenfalls einsetzbar — die Ergebnisse sind vergleichbar, die Wahl wird oft durch das Studio-Konzept und die zu behandelnde Fläche getroffen.

Worauf wir bei Typ I–II besonders achten:

  • Rothaarige Typ-I-Kund:innen haben oft Phäomelanin statt Eumelanin im Haar. Phäomelanin absorbiert Laserlicht schlechter — die Reduktion kann daher eingeschränkter ausfallen als der Hauttyp zunächst erwarten lässt.
  • Sommersprossen enthalten punktuell mehr Melanin und können nach einer Sitzung kurzzeitig dunkler erscheinen. Das klingt in der Regel ab.

Fitzpatrick III: mittlere Haut, flexible Wahl

Typ III ist in Mitteleuropa sehr verbreitet — dunkel­blonde bis hellbraune Haare, Haut, die sich im Sommer bräunt. Die Wahl zwischen Alexandrit und Diode ist hier oft Sache der Studio-Ausrichtung. Mit modernen Dual-Laser-Systemen lässt sich zwischen den Wellenlängen wechseln, falls die Haut in der Saison gebräunt ist.

Entscheidend ist der aktuelle Bräunungs­grad. Im Winter arbeitet Alexandrit meist sehr effizient. Nach einem Sommerurlaub empfehlen wir gegebenenfalls, die Sitzung um 4–6 Wochen zu verschieben oder auf Nd:YAG zu wechseln, um Pigmentverschiebungen zu vermeiden.

Fitzpatrick IV: oliv bis leicht braun — der Übergangs­bereich

Hier wird die Parameter­wahl spürbar vorsichtiger. Typ IV (mediterraner Hauttyp, viele Menschen mit südeuropäischer, arabischer oder türkischer Herkunft) liegt im Grenz­bereich zwischen „Alexandrit gut einsetzbar" und „Nd:YAG empfehlenswert". In der Praxis nutzen wir beide Wellenlängen situativ:

  • Im Winter, bei unbräunlicher Haut, arbeitet Alexandrit meist gut — mit angepasster Fluenz und längeren Pulsen.
  • Bei leicht getönter oder gebräunter Haut wechseln wir auf Nd:YAG.
  • Bei Unsicherheit machen wir einen Testimpuls an einer unauffälligen Stelle und beurteilen die Reaktion nach 24 Stunden.

Fitzpatrick V–VI: dunkle Haut, Nd:YAG als Standard­wahl

Bei Typ V und VI enthält die Epidermis so viel Melanin, dass Alexandrit­licht (755 nm) dort zu viel Energie hinterlassen würde. Das Risiko für postinflammatorische Hyperpigmentierung, Blasenbildung oder Hypopigmentierung steigt — unabhängig davon, wie erfahren die Behandler:in ist. Die sachlich richtige Wahl ist hier der Nd:YAG-Laser bei 1064 nm: Das Licht wird vom Melanin deutlich schwächer absorbiert und dringt in tiefere Haut­schichten ein, in denen die Haarwurzel liegt.

Studios, die ausschließlich Alexandrit oder reine Dioden­systeme einsetzen, sind für Typ V–VI in der Regel nicht die erste Adresse. Frag vor der Buchung gezielt nach der Wellenlänge des Gerätes — nicht nur nach der Marke.

Die Haarfarbe als zweite Achse

Der Hauttyp bestimmt, welche Wellenlänge du verträgst. Die Haarfarbe bestimmt, ob der Laser überhaupt greifen kann. Denn ohne Pigment kein Ziel-Chromophor — und damit kein thermischer Effekt an der Haarwurzel.

HaarfarbeMelanin­gehaltLaser-Eignung
Schwarz / sehr dunkel­braunhoch (Eumelanin)sehr gut — klassisch­es Einsatz­gebiet
Mittel- bis dunkelbraunhochsehr gut
Dunkelblondmittelgut, evtl. mehr Sitzungen
Rotblond / rotPhäomelanineingeschränkt, Ergebnisse variieren
Hellblondniedrigstark eingeschränkt
Weiß / graukein MelaninLaser greift nicht

Bei grauem oder weißem Haar ist eine klassische Laser-Haar­reduktion nicht sinnvoll. Alternative Verfahren wie Elektro-Epilation (Nadel­epilation) können eine Option sein — sie funktionieren unabhängig vom Pigment, sind aber deutlich zeit­intensiver und liegen außerhalb unseres Angebots.

Zonen-Besonderheiten je nach Hauttyp

Der gleiche Hauttyp kann an verschiedenen Körper­zonen unterschiedlich reagieren — wegen unter­schiedlicher Haardichte, Haardicke und lokaler Melanin­konzentration.

Gesicht

Oberlippe, Kinn und Backen reagieren oft hormonell. Mehr Sitzungen und Auffrischungen als an Körperzonen nötig.

Achseln

Haardicht, schnelle Ergebnisse bei passender Wellenlänge. Bei Typ V–VI bevorzugt Nd:YAG.

Bikinizone / Intim­bereich

Empfindlich, mit gutem Kühlsystem gut behandelbar. Pigment­verschiebungen können dort stärker auffallen.

Beine & Arme

Große Flächen, zügige Arbeitsweise möglich. Alexandrit oder Diode je nach Haut- und Haarausgangs­lage.

Kontra­indikationen und Medikamente

Manche Umstände sprechen gegen eine Laser-Sitzung — temporär oder dauerhaft. Seriöse Studios klären das im Anamnese­gespräch und verzichten im Zweifelsfall auf die Behandlung.

UmstandEmpfehlung
Schwangerschaft / Stillzeitnicht behandeln (Standard­praxis)
Aktive Hautinfektion, Herpes, offene Wundenerst nach Abheilung
Lichtsensibili­sierende Medikamente (Isotretinoin, Tetracycline, Doxycyclin, Johanniskraut)Abstand einhalten, mit Ärzt:in absprechen
Epilepsie mit Foto­sensibilitätärztliche Rück­sprache
Tattoos direkt in der Zoneaussparen — Laser kann Tattoo­pigmente erhitzen
Frische Sonnenbräune, Solariummindestens 4 Wochen warten
Aktive Akne mit Retinoid-Therapie6 Monate Pause nach Isotretinoin empfohlen
Blut­gerinnungs­störungen, Anti­koagulanzienärztliche Rück­sprache, eher unkritisch

Das ist keine abschließende Liste. Vor der ersten Sitzung führen wir ein ausführliches Anamnese­gespräch, dokumentieren Vorerkrankungen und Medikamente und entscheiden, ob und wie wir behandeln. Wer unsicher ist, bringt am besten eine Medikamenten­liste zur Probesession mit.

Vor der ersten Sitzung — kurze Checkliste

  • Mindestens 4 Wochen keine Sonne, kein Solarium auf der Zielzone.
  • 24 Stunden vor dem Termin rasieren — nicht epilieren, waxen, zupfen oder mit Enthaarungs­creme entfernen. Der Laser braucht das Pigment im intakten Haarschaft.
  • 48 Stunden vorher keine reizenden Produkte (Säuren, Peelings, Retinol) auf der Zone.
  • Am Behandlungs­tag keine Cremes, Deodorants oder Make-up in der Zone.
  • Medikamente auflisten und dem Studio mitteilen.
  • Wenn du schwanger bist oder stillst — Termin verschieben.

Wir klären deinen Hauttyp individuell

In der kostenlosen Probesession bestimmen wir deinen Fitzpatrick-Typ, analysieren die Haarfarbe, prüfen Kontra­indikationen und machen einen Testimpuls — ohne Kaufzwang.

Probesession sichern

Häufige Fragen

Die Selbstein­schätzung funktioniert über die Sonnenreaktion: verbrennst du leicht, bräunst wenig? Dann eher Typ I–III. Bräunst du stark, verbrennst selten? Eher IV–VI. Wir bestimmen den Typ im Studio präzise durch Hautanalyse.
Ja — mit einem Nd:YAG-Laser bei 1064 nm und einer Behandler:in, die diese Wellenlänge bei dunkler Haut souverän einsetzt. Frag vor der Buchung gezielt nach der verwendeten Wellenlänge.
Bei dunkelblondem Haar oft ja. Bei sehr hellen, weißen oder grauen Haaren fehlt das Melanin als Ziel­pigment — der Laser greift dann nicht mehr. Eine Probesession klärt das individuell.
Wir verschieben die Sitzung in der Regel um 4–6 Wochen. Frische Bräune erhöht das Risiko für Pigmentverschiebungen — das ist es nicht wert.
Nach Therapieende wird in der Fachliteratur meist ein Abstand von etwa 6 Monaten empfohlen, bevor wieder gelasert wird. Bitte mit deiner dermatologischen Praxis abklären.
Ja. Die Haut kann empfindlicher sein, sodass gelegentlich ein etwas stärkeres Wärme­gefühl berichtet wird. Ein medizinischer Grund gegen die Behandlung liegt aber nicht vor.
Bei Minderjährigen braucht es die schriftliche Einwilligung der Sorgeberechtigten. Während der hormonellen Entwicklungs­phase raten wir in vielen Fällen zu einem späteren Behandlungs­start — eine individuelle Beratung klärt das.
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